Rayman Origins – Review

Der kleine Hüpfer ohne sichtbare Arme und Beine ist endlich wieder da, die Rede ist natürlich von Rayman. In seinem neuesten Abenteuer kehrt der Haarpropeller-Flieger zu seinen Wurzeln zurück und bringt nun auch wieder klassisches Jump ’n‘ Run für den heimischen Rechner. Wir verraten euch ob die PC-Version von Rayman Origins ein Absturz in die Tiefe ist, oder doch eine nostalgische Wiedergeburt.

Titel: Rayman Origins
Plattform: PC, PS3, X360, Wii, PSV, 3DS
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Genre: Jump ’n‘ Run
USK/PEGI: –
Spieler: Offline: 1-4 / Online: 1
Release: 29.03.2012
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Verflixte Nachbarn!

Es hätte so schön sein können, gemütlich am Baum sitzen, einen Snack mampfen und easy zu rhythmischen Bässen Chillen. Doch einen Stockwerk tiefer, genauer gesagt unter der Erde, ist eine alte, hexenartige Dame gar nicht erfreut über den lauten Krach den Rayman, Globox und seine anderen Kumpels dort oben veranstalten. Dem Hüpfer ohne Extremitäten juckt das freilich wenig und so greift die aufgebrachte Nachbarin zu härteren Mitteln. Sie schickt einige Darktoons los, um der netten Party ein Ende zu bereiten.

Das Zanken hat nun tatsächlich begonnen und Raymans Freunde werden wieder mal entführt, sowas aber auch. Retten kann sie natürlich nur er selbst und dafür sind jede Menge Electoons und kleine gelbe Lums notwendig. Zugegeben, die Geschichte gibt absolut nichts her, doch wer braucht das schon in einem Jump ’n‘ Run? Außerdem ist allein das humorvolle Intro einen großen Lacher Wert, hier wäre Tiefgang total fehl am Platz.

Wie in den alten Zeiten

Rayman Origins ist nicht nur der Titel des Spiels, sondern auch das Gameplay und die Optik orientieren sich an die Anfänge von 1995, als wir zum ersten mal uns durch die Levels boxten. Abwechslung wird auch jetzt wieder groß geschrieben. Wir laufen und klettern im Dschungel, Fliegen in der Wüste umher, planschen im Wasser mit fiesen Meeresgetier oder machen einen Abstecher in die heiße Hölle. Dabei wird so ziemlich jedes bisschen Geschicklichkeit von euch gefragt sein. Zwar sind die Gegner nicht besonders fordernd, wenn ihr aber millimetergenau springen müsst, euch durch enge Passagen schlängelt oder manchmal unter Zeitdruck steht, dann kommt der altbekannte Trial & Error-Effekt zum Vorschein und selbst Profis werden ums ein oder andere mal Fluchen. Man fühlt sich wie damals, wo Rayman seinen Ursprung auf der PSX fand. Ubisoft schafft es auch heute noch altbewährte Mechanismen umzusetzen, frei von großen Features oder irgendwelchen Hilfen zum einschalten.

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Cartoon zum Verlieben

Klassisch präsentiert sich Rayman Origins auch bei der Grafik. Geboten wird nämlich reine 2D Optik a la SNES. Aber gerade deswegen versprüht dieser Ableger großen Charme. Die Figuren inklusive Rayman sind wundervoll gezeichnet und erinnern nicht selten an einen spielbaren Cartoon. Auch Details vernachlässigt dieser Grafikstil nicht. Es gibt so gut wie kein Level welches irgendwie langweilig oder uninspiriert erscheint. Einige Umgebungen wie der Dschungel oder Höhlen wirken fast schon malerisch.

Im Bereich Sound mag Rayman Origins zwar nicht so stark ausfallen wie es die Optik vormacht, doch fällt das kaum ins Gewicht. Im bunten Abenteuer gibt es natürlich keine ausgeprägte Synchronisation geschweige eine richtige Sprachausgabe, schon der Klassiker nutzte ausschließlich Textpassagen um die Story zu erzählen und die Neuauflage setzt das ebenfalls auf diese Art um. Dafür hört man lustiges Gebrabbel und Genuschel sowie viele Hintergrundlaute mit teils kindlicher, teils abenteuerlicher Musik untermalt.

Chaos zu viert

Rayman Origins bietet übrigens auch noch einen lokalen Mehrspieler-Modus an, in dem bis zu vier weitere Spieler gleichzeitig zocken können. Ja wirklich, gleichzeitig am PC, im Grunde heißt das also, ihr müsst zu viert an die Tastatur. Hier braucht man aber kein Hellseher sein, um vornherein festzustellen, dass dies eher im Chaos ausartet und kein Multiplayer-Vergnügen wird. Zwar könnt ihr auch vier Gamepads anschließen, doch wer hat schon mehr als zwei? Eine Umsetzung wie auf der PS-Vita wäre vielleicht besser gewesen, bei der ihr einen Ghost eines anderen Spielers herunterladet und im Speedrun antretet. So bleibt der Mehrspieler-Modus am PC nur Zugabe, nicht mehr und nicht weniger.

Fazit:

Es gibt eigentlich kaum Schwächen in Rayman Origins. Gut ja, der Multiplayer-Part hätte schon etwas umfangreicher ausfallen können und auch sonst besitzt das Jump ’n‘ Run keinen allzu hohen Wiederspielwert. Trotzdem unterhält euch der Titel für einige Stunden auf richtig gutem Niveau. Nicht zuletzt weil Ubisoft auf der nostalgischen Schiene fährt und ein Spiel mit guten alten Werten abliefert. In diesem Punkt können sich andere große Publisher auch ein Beispiel nehmen, es schadet nicht sich manchmal am Ursprung zu orientieren.

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