Counter-Strike: Global Offensive – Review

Counter Strike! Dieser Name lässt jeden Shooter-Fan das Herz ein ganzes Stück höherschlagen. Und das auch aus gutem Grund. Seit 1999 ist die Spieleserie der Inbegriff von Taktikshootern und wird noch bis heute extrem oft professionell in der CSL und ESL gespielt. Nach dem äußerst beliebten Counter Strike 1.6 folgte im Jahre 2005 ein weiterer Teil, welcher die Source-Engine von „Half Life 2“ spendiert bekommen hat. CS:S wurde vor allem anfänglich aber nur schwermütig von vielen Profis aufgenommen, brachte die neue Engine doch viele Veränderungen und Bugs mit sich. Nun, 7 Jahre später, erscheint mit „Global Offensive“ ein weiterer Teil der beliebten Taktik-Shooter-Reihe. Schon bei der Ankündigung ein Jahr zuvor wurde klar, dass man neben der Verbesserung der Grafik auch neue Spieler hinzugewinnen möchte, die vielleicht noch nie etwas mit Counter Strike zu tun hatten. Dies stoß der Community natürlich mächtig auf und viele waren schon damals der Meinung, dass CS:GO bei weitem nicht an die alten Teile herankäme. Nach einem längeren Beta-Stadium ist das Spiel am 21. August nun endlich erschienen. Die Frage ist nun natürlich: Schafft es das Spiel sowohl die Profi-Spieler zu befriedigen, als auch neuen Spielern den Einstieg so einfach und frustfrei wie möglich zu gestalten? Unser Test wird es verraten.

Titel: Counter-Strike: Global Offensive
Plattform: PC, PS3, XBox 360
Entwickler: Valve
Publisher: Valve
Genre: 1st Person Shooter
USK/PEGI:
Spieler: Offline / Online
Release: 21. August 2012

Die Optik – Die größte (sichtbare) Veränderung

Die auffallendsten Veränderungen gegenüber den Vorgängern bekommen wir schon im Hauptmenü zu Gesicht. So übersichtlich, groß und aufgeräumt haben wir noch kein Menü in Counter-Strike gesehen. Aber auch Ingame kann sich diese im Vergleich sehen lassen. Die Texturen und vor allem die Beleuchtung sind so klar wie noch nie in der Geschichte des Shooters. Mit grafisch aktuellen Toptiteln wie z.B. Battlefield 3 kann CS:GO freilich nicht mithalten, dafür ist die Source-Engine einfach zu sehr in die Jahre gekommen. Aber ist das bei Counter-Strike wirklich wichtig? Nein, ist es nicht. Hier geht es um den Spielspaß und das eigene Können. Und was wäre ärgerlicher, als einen Headshot zu kassieren, weil es gerade einen derben FPS-Einbruch gibt? Genau, für einen CS-Spieler gäbe es kaum etwas Schlimmeres. Das Interface wurde dem neuen Grafikstil auch angepasst und ist wie schon in CS:S sehr übersichtlich und leicht verständlich. Vor allem die Minimap zeigt sehr schlicht, aber sehr übersichtlich feindliche Schüsse und Abschüsse. Somit verliert man auch im Tumult nie die Übersicht.

Sehr schön gemacht ist auch das neue Kaufmenü. Dieses wurde extra für die Konsolen generalüberholt und ist nun übersichtlicher und verständlicher geworden. Aufgeteilt in die verschiedenen Kategorien (Sturmgewehre, Schwer, MPs, Ausrüstung, Granaten usw…) kann man nun ganz leicht mit 2 Mausklicks seine Lieblings-Ausrüstung kaufen. Tastenkürzel gehen aber auch weiterhin.


Das Gameplay – Altbewährtes, aber auch manch Neues

Vom Gameplay her hat sich (zum Glück) nicht viel verändert. Weiterhin sind wir Mitglied eines der beiden konkurrierenden Truppen, Terroristen und Antiterroristen, spawnen auf jeder Map gegenüber und müssen entweder Bomben legen oder dies verhindern, Geiseln retten usw… Zu den unterschiedlichen, auch neuen, Spielmodi kommen wir aber später. Was manche CS-Spieler bei der Ankündigung des neuen Titels befürchtet haben, ist, dass man vielleicht den modernen Trend folgen und eine HP-Regeneration ins Spiel integrieren würde. Dies hat der Entwickler zum Glück gelassen, denn seien wir mal ganz ehrlich: Gesundheits-Regeneration und Counter-Strike? Das passt doch zusammen wie Salz und Zucker. Nämlich gar nicht. Jegliche Taktik ade! So blieb zum Glück alles beim alten. Für jeden Treffer bekommt man eine bestimmte Anzahl von HP abgezogen, die sich nicht regenerieren lässt. Sind wir also schwer verwundet, müssen wir sehr vorsichtig vorgehen. Denn schon ein Körpertreffer kann dann schon das Ende bedeuten.

Apropos Treffer. Serientypisch gibt es für Headshots einen fetten Schadensbonus. So kann es leicht vorkommen, dass man umfällt, nur wenn man mal kurz den Kopf aus der Deckung streckt. Für Profis sind Headshots nämlich Standard. So kam es schon oft vor, dass viele Gegenspieler diesen dann vorgeworfen haben, zu cheaten. Dies gibt es natürlich auch, aber oftmals war es einfach nur der entsprechende Skill des Spielers. Und dies ist auch, meiner Meinung nach, der größte Pluspunkt der Serie heutzutage. Bei Counter-Strike kommt es nur auf das eigene Können an. Keine Perks oder Killstreaks, die alleine die Kills für dich machen. Nur Granaten könnten dies für dich übernehmen. Und da gibt es in Global Offensive gleich zwei Neue. Einmal die Brandgranate (bei den Terroristen der Molotow-Cocktail), welche man wirft und die in einem bestimmten Radius dem Gegner für ein paar Sekunden Schaden zufügt. Auch neu ist die taktische Ködergranate, die für eine gewisse Zeit Schüsse simuliert, die den Gegner verwirren sollen. So kann man sich hinter einer Deckung verstecken und warten, ob einer der Kontrahenten darauf hereinfällt. Und wenn ja kann man diesen dann mit ein paar gezielten Schüssen ausschalten.

Wobei wir beim nächsten Thema wären, nämlich dem Schussverhalten. Dieses ist nämlich, vor allem für Anfänger, nicht gerade einfach zu handeln. So verzieht z.B. die AK47 bei Dauerfeuer extrem, sodass man gezwungen ist, in Salven zu schießen. Kein Dauerfeuer auf 100 Metern fast ohne Rückstoß, wie bei CoD. Hier muss man genau die Distanz und die Waffe gegeneinander abwägen, um zu wissen, wie man beim Schießen vorgehen soll. Und waffentechnisch unterscheiden sich die Schießeisen in CS:GO immens voneinander. So gibt es z.B. die Sturmgewehre (wie z.B. die M4A4, AK47 oder die altbekannte FAMAS), welche allesamt sowohl auf kurze, als auch auf lange Distanz gute Waffen sind. Die Mps (wie z.B. die P90, MP9 oder die UMP) spielen ihre Stärken eher auf kürzeren Distanzen aus, genauso wie natürlich die Schrotflinten (Nova, Abgesägte Schrotflinte usw…), die auf kurze Distanz einfach unübertroffen sind. Bei langen Entfernungen sind die Sniper (wie z.B. die AWP) natürlich unersetzlich.

Der Umfang – Neue Modi, neue Karten, Statistiken, Matchmaking und Errungenschaften

Wer aber denkt: „Das wars mit den Neuerungen“, der hat weit gefehlt. Denn neben dem klassischen Modus (Bombenlegen oder Geiselbefreiung) gibt es nun zwei neue Modi. Beim „Wettrüsten“ oder auch Waffenspiel geht es darum, mit allen Waffen Gegner zu töten, bevor man zuletzt nur mit einem Messer bewaffnet sich zum Sieg schlitzen muss. So bekommt man nach jedem Abschuss die nächste Waffe und wenn man mal tot ist, spawnt man sofort neu. Schon in CS:S gab es diesen Modus als Mod; in Global Offensive ist dieser von Anfang an mit dabei. Das Waffenspiel macht hierbei super viel Spaß und ist vor allem zum Aufwärmen bestens geeignet.

Der zweite neue Modus „Zerstörung“ ist praktisch eine Mischung aus dem klassischen Modus und dem Gungame. Hier geht es darum eine Bombe zu legen oder zu entschärfen. Allerdings kann man sich keine Waffen im Kaufmenü kaufen, diese bekommt man, ähnlich wie beim Waffenspiel, vorgeschrieben.. Macht man in einer Runde mindestens einen Kill, so bekommt man in der nächsten Runde auch die nächste Waffe. Vor allem die Mischung aus den oben genannten Spielmodi macht sehr viel Spaß, sodass ich mittlerweile den Zerstörungs-Modus oftmals sogar dem klassischen Modus vorziehe.

Aufgrund dieser beiden neuen Spielmodi gibt es dementsprechend auch neue Karten, die perfekt auf den jeweiligen Modus zugeschnitten sind. Aber vor allem beim Wettrüsten hätten wir uns mehr als nur zwei neue Maps gewünscht. Auch könnten diese etwas größer sein, kommt es doch oft deswegen zu Spawnrapes.

Eine weitere Neuerung stellt die Statistik-Sektion dar. Hier könnt ihr allerlei Statistiken wie z.B. die K/D, die Präzision usw….. sehen und diese dann dementsprechend auswerten. Allerdings beziehen sich diese auch auf das Spielen mit Bots (und dies sogar mit leichten!!!), sodass die Statistiken deswegen schon etwas verfälscht werden. Apropos Bots. Mit diesen kann man auf allen Karten und allen Spielmodi spielen, von harmlos bis Experte. Vor allem letztere sind gut gelungen und stellen schon eine gehörige Herausforderung dar.

Auch neu mit dabei ist das Matchmaking. Hier könnt ihr ganz einfach mit nur wenigen Klicks ins laufende Spiel gelangen. Allerdings gibt es hierbei öfters noch Lags, besonders ärgerlich wenn man eigentlich einen sicheren Kill im Sack hat und im Gegenzug dann selbst getötet wird. Hier gibt es noch eindeutig Verbesserungsbedarf! Einen ganz normalen Server-Browser gibt es aber auch weiterhin unter dem Menüpunkt „Community-Server“.

Und wie siehts mit der Langzeitmotivation aus? Diese ist natürlich neben dem zeitlosen Gameplay auch gegeben. So gibt es zahlreiche (167!) Errungenschaften, die es zu meistern gilt. Allerdings können diese am Anfang auch sehr störend sein, wenn man allein in einer Runde 5-6 Stück von diesen bekommt.

Die Präsentation – Grafik ok, Sound Top

Kommen wir zum letzten Punkt, nämlich der Präsentation. Wie schon anfangs erwähnt, ist die Grafik nicht die Beste. Muss sie aber auch nicht, liegt der Fokus bei Counter-Strike doch fast ausschließlich auf dem Gameplay. Der Sound kann aber absolut überzeugen. Von der Menümusik bis zu den Waffensounds, alles hört sich super an. Auch die Schritte hört man wunderbar, sodass man mit guten Headsets die Gegner punktgenau orten kann.

Fazit:

Counter-Strike: Global Offensive macht sehr viel richtig. Das Spiel schafft es, das klassische Gameplay mit modernerer, wenn auch nicht aktuellster, Grafik zu verbinden. Die neuen Modi und Maps machen einen Riesenspaß und machen es auch Neueinsteigern leicht, in die Szene mit einzutauchen. Dabei helfen auch die motivierenden, wenn auch manchmal nervigen, Errungenschaften. Trotz dieser vielen Neuerungen bleibt das Spiel aber eins: Nämlich das Counter-Strike, das wir schon in der Vergangenheit zu lieben gelernt haben.

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